Der chemische Äther

 

Der nach der Anthroposophie benannte chemische Äther  gehört wie auch der Lebensäther zu den sogenannten „unteren Äthern", während man bei dem Wärme- und Lichtäther von „oberen Äthern" spricht. Dies bedeutet, dass die oberen Äther mehr „zentripetal, von außen nach innen oder von oben nach unten" wirken, wo hingegen die unteren Äther durch eine „zentrifugale Dynamik  oder ein Kräftewirken von innen nach außen oder von unten nach oben" geprägt sind. Diese rein räumliche Beschreibung geschieht aber nur hilfsweise, um bezüglich ihrer Wesensnatur unterschiedliche Wirkprinzipien der Äther zu charakterisieren, denn, wie schon erwähnt, entspringen die Äther einer un- oder überräumlichen Wirklichkeitsebene. Auch bei der Angabe zu Farben der Äther ist zu beachten, dass es sich hierbei um einen seelischen und nicht physisch-sinnlichen Eindruck handelt. So wird die Farbe des hier beschriebenen Äthers zum Beispiel mit „transparent" oder leicht „grünlich" angegeben.

 

Die unmittelbare Dynamik im Lebensprozess

 

Der chemische Äther wirkt am grundlegendsten in der Dynamik der Lebensprozesse., denn die in diesem Äther angelegte Kraft besitzt in besonderem Maße die Eigenschaft, sich zusammenzuziehen, ja sich wie in eine Art „Nichtraum“ zu kontrahieren und zu entschwinden und bezieht die Stoffe und Mineralien unmittelbar in diese Bewegung mit ein.

  

In diesem Zusammenziehen wirken also anziehende Kräfte nach außen, insbesondere auch auf die Stoffe der Umgebung. Die Substanzen werden angezogen, umgewandelt oder „ins Leben gehoben“ und werden schließlich zu einer Mitte oder Mittelachse hin verdichtet, während Schicht um Schicht neue organische Substanz sich um die alte Form umhüllend legt. Das organische Wachstum zeichnet sich daher nicht einfach nur durch eine Anhäufung von Materie aus, wie man zunächst vielleicht glauben könnte, sondern folgt ganz  dem Wechselspiel von Verdichtung schon gebildeter Gewebe und nachfolgender Verjüngung durch neu hinzu kommende belebte Substanz. Zeichnung: Autor

  

Das Bild der aufgeschnittenen Speisezwiebel, kann den durch den chemischen Äther bewirkten, in Schicht um Schicht erfolgenden Aufbau des Gewebes sehr schön wiedergeben:

 

Auch viele andere Zwiebelgewächse zeigen diese schichtartigen Strukturen. In der stark vom chemischen Äther geprägten Zwiebelform erfolgt die Anziehung von Stoffen, aber auch von kosmischen Kräften. Die Zwiebeln der Frühjahrsblüher in Europa weisen zum Beispiel einen auffälligen Gehalt an in feiner Form vorliegenden Schwefelverbindungen auf, welcher ihnen erlaubt, schon im Spätwinter, beziehungsweise im zeitigen Frühjahr auszutreiben, wenn teilweise noch Schnee und Fröste auftreten und die Neutriebe anderer Pflanzen wieder erfrieren würden. Bild: Zwiebel, Pixabay, Marco Costanzi, CC0 Public Domain

 

Der Name „Chemischer Äther" oder auch „Zahlenäther" leitet sich von der Nähe dieses Äthers zu den Planetenwesen Merkur und Jupiter und damit von der Nähe zum Wässrigen und zu dem Wesen des Verbindens ab (zu dem Begriff der  „Planeten" siehe zum Beispiel „Die Signaturen der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik"). Die meisten chemischen Reaktionen können von den chemischen Elementen und Stoffen nur im gasartig erhitzten Zustand oder aber vor allem im aufgelösten flüssigen Milieu vollzogen werden. Es gibt nur wenige chemische Elemente und Stoffe, die zum Beispiel im völlig wasserfreien, trockenen Zustand oder bei relativ niedrigen Temperaturen ummittelbar noch in den chemischen Umsatz kommen, so etwa die schon beim Lichtäther erwähnten Halogene.

Alle Reaktionen der chemischen Elemente und Stoffe vollziehen sich in „Wertigkeiten", das heißt in bestimmten zahlenmäßigen Verhältnissen der Stoffe. In dieser äußeren Erscheinung spiegelt sich die Beziehung des chemischen Äthers zum zahlenmäßig Quantitativen wider.

 

Im menschlichen Körper manifestiert sich der chemische Äther am stärksten im Organ der Leber, welche eine ausgeprägte Beziehung zum Milieu des Flüssigen hat.

 

Eine Betrachtungsübung zum Wesen des chemischen Äthers

 

Eine Möglichkeit, sich dem chemischen Äther und seinen Bewegungsformen im Sinne von Bewegung und Gegenbewegung anzunähern ist folgende Darstellung von Heinz Grill:

  

Zeichnung: Autor

 

„Eine Zeichnung, die diesen chemischen Äther nahezu mehr geometrisch darstellen kann, lässt sich wie folgend entwickeln: Man nehme einen Kreis als Ausgang und spiegle diesen nach innen in eine sechseckige Form. Die Seiten des regelmäßigen Sechsecks sollen sich nach innen einstülpen. Mit eleganten Schleifen lässt sich nun dieses Sechseck verbinden. Während sich nach innen eine Verbindung entwickelt, offenbart sich nach außen ein genialer Wachstumsprozess. Nun kann diese Figur sogar auf eine dreigliedrige regelmäßige Schleife zusammengezogen werden, während nach außen in der auferstehenden Gegenbewegung sich zum Kreis Bögen in wachsendem Maße bilden.“

 

Aus: Heinz Grill, „Ernährung und die gebende Kraft des Menschen“, Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen.

    

Das Elementarwesen der Undinen:

 

Mit dem Wasser als Element kann man folgende Eigenschaften verbinden:

Flächig, bewegt, strömend, wellend, schwer.

 

„Das Wasserelement oder seine zugehörigen Wesen, die „Undinen“ begeben sich in das Weben und Walten des ganzen Kosmos und erweisen sich in einer traumhaften Bewusstheit als „Weltenchemiker“: Sie lösen und binden die Stoffe und erbauen somit das Blattwachstum. So werden sie auch von Heinz Grill sinngemäß so beschrieben, dass sie in ihrem Wirken eine Art Fläche oder etwas Blatthaftes ausprägen.“ Zeichnung: Autor

 

Die Darstellung ist nach dem Buch von Rudolf Steiner „Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, Teil III, Die Pflanzenwelt und die Naturelementargeister“ beschrieben.